Was ist „freifunk“ denn nun wirklich?

14Mai07

Aufgrund einer Meinungsverschiedenheit zwischen Marco und mir will ich mal eine Grundsatzdisskusion anstossen.

Zum Thema: Es gibt verschiedene Philosophien im ganzen Netz, wovon Marco und ich komplett gegensätzliche Ansichten vertreten.

Marco:
Erstmal darf kein Anderer mitspielen, bis klar ist, wer sich hinter dem Router verbirgt, derjenige gültige Telefonnummer und Email-Adresse preisgegeben hat und beim Grab seiner Mutter geschworen hat dem bösen Filesharing zu entsagen. Danach werden LQ-Multiplier und FF-Ignor auf den umliegenden Routern geändert. Es ist nirgends ein Hinweis zu finden, dass diese Methode, Marco’s Philosophie, nicht angewand werden darf. Schliesslich gibt der olsrd jeden Nutzer die Möglichkeit dazu. Marco’s Lösung für Blackholes ist ein Script, das den Router rausschmeisst und Marco wartet dann, bis derjenige anruft und fragt, was er falsch gemacht hat. Dies gelingt jedoch fast nie, da Marco häufig das Webinterface seiner Router abschaltet, und so niemand an seine Kontaktdaten kommt.

Vorteil: das Netz läuft sehr stabil. Der beste Weg ins Internet wird durch Vorgabe von LQ-Multiplier immer optimal gewählt. Wenn Probleme auftreten kann der Administrator den Verursacher sofort ansprechen.


Einige andere Freifunker:
Durch Black und With-Listen werden illegale IP’s an der Teilnahme gehindert. So soll zumindest ein gewisser Missbrauch eingedämmt werden. Jede registrierte IP darf nach ca. einen Tag ans Netz. Filesharer werden nach Identifikation rausgekickt. Aber grundsätzlich darf erstmal jeder.

Vorteil: Geringer administrativer Aufwand, da die Listen zum Grossteil zentral abgerufen werden. Man kan aber auch im Bedarfsfall selbst eingreifen.

Die meisten Freifunker und ich selbst:
Unabhängig von Black- und With-Listen darf jeder ans Netz. Ich bin der persönlichen Meinung, dass Black- und With-Listen den Sinn nicht wirklich erfüllen und nur zu einen sehr geringen Teil Filesharer abhalten. Ich hatte nur ein einziges sehr kurzzeitiges Problem mit einem Freifunker, der Filesharing betrieb und seine IP aus Unwissenheit nicht registriert hatte. Allerdings gab es bei mir Probleme mit Leuten, die am Netzwerkkabel hingen und die nahezu ausser Stande waren, Ihren Windows-Rechner mit DHCP zu konfigurieren. Ausserdem hatte ich Probleme mit Leuten, die an einem von Marco administrierten Router hingen, der hintenraus auch DHCP per WLAN verteilt. Das war das hartnäckigste Problem von allen. Bleibt nur noch die Frage, was tun, wenn ein Teilnehmer seinen Router falsch konfiguriert hat. Z.B. Blackhole, uralte Firmware usw. Ich würd ja mit Ihm reden. Erst wenn das nicht gelingt muss er raus.

Vorteil: Kein administrativer Aufwand. Das Netz organisiert sich theoretisch selbst durch das Routingprotokoll.

Soweit, so schlecht. Natürlich haben alle Methoden auch gravierende Nachteile. Die meisten wohl bei meiner Theorie:-)

Hoffe ich bekomme ein Feedback.

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3 Responses to “Was ist „freifunk“ denn nun wirklich?”

  1. ein bissl objektivität würde der diskussion nicht schaden. allein das „anstoss“-posting lässt einen streit über das thema kaum vermeiden …

  2. Für mich gilt halt die Unschuldsvermutung. Bin ich da vielleicht zu blauäugig? Bis jetzt hatte ich nicht wirklich schlechte Erfahrungen, gemessen an der Menge von Leuten, die meinen Gateway benutzen…

  3. Natürlich ergreife ich für mich Partei. Man soll ja über das Thema steiten. Solange etwas konstruktives herauskommt. Totschweigen, wie bisher, ist echt nicht mein Ding! Dazu finde ich das Thema viel zu wichtig.


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