Das „Suse-Prinzip“ oder das „Ubuntu-Prinzip“?

24Mai07

Bei den Treffen heute im Karvana standen einige Fragen im Raum. Ich möchte nur kurz auf eine Frage eingehen:
Es gibt viele Freifunk-Einsteiger, die wenig von Netzwerktechnik verstehen. Es ist deshalb ein immenser Support-Aufwand nötig, um diesen zu helfen. Zur Zeit wird diese Aufgabe von ehrenamtlichen Freifunkern übernommen. Aber welcher Nerd hat schon Lust auf Support? Also was können wir machen? Es gibt ein paar Möglichkeiten:

1.
Das Netz wird so wenig wie möglich ausgebaut, um den hohen Aufwand der Community in Grenzen zu halten.

2.
Das Netz wird weiterhin ausgebaut, wie bisher, aber es gibt eine zentrale Webpräsenz mit zentralen WiKi, FAQ und allem was dazugehört (-> ist schon in Arbeit!), wo sich Inrteressierte einlesen und Antworten finden können.

3.
Das Netz wird stärker ausgebaut, und zwar wie in Punkt 2 nur können Interessierte ein komplettes Paket inklusive Support kaufen. Dazu müsste es jemanden geben, der ein Büro mietet, ein paar Studenten anlernt und einstellt, Hardware kauft und verkauft. Grosse Gewinne sind da nicht zu realisieren, aber vielleicht findet sich ja jemand.

Ich präferiere die Lösung unter 2, das ‚Ubuntu-Prinzip‘. User müssen ein gewisses Grundwissen mitbringen. Welche Voraussetzungen das sind werde ich demnächst seht Ihr auf einer eigenen Seite hier im Blog. Auf jeden Fall gehört dazu, wie man eine IP-Adresse per DHCP am Netzwerkkabel bezieht. Wenn diese Voraussetzungen nicht erfüllt werden, muss der Teilnehmer sich diese aneignen. Ich werde auf dieser Seite auch Links dazu veröffentlichen.

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4 Responses to “Das „Suse-Prinzip“ oder das „Ubuntu-Prinzip“?”

  1. 1 Mario

    Ich finde die Möglichkeiten zwei und drei schließen sich nicht aus und würde es gut finden, wenn die Community beiden Ansätzen aufgeschlossen gegenüberstehen würde. Dies sehe ich nicht unbedingt als gegeben an. Ich hatte in der Vergangenheit oft den Eindruck, dass einige strikt gegen den Ansatz sind mit freien Netzwerken auch einen Lebensunterhalt zu verdienen. Ich wäre aber persönlich nicht dagegen (Es wirklich in erster Linie um den Lebensunterhalt geht und nicht um das große Geld.)

  2. Ich würde mir auch sehr eine Disskussion darüber wünschen. Als wir paar Freifunker vom Boxi beim Bier zusammensassen haben wir da lange drüber disskutiert.

    Wenn ich die Zeit dazu hätte würde ich mir ein Büro mieten und zwei Studenten reinsetzen, die Telefon- und Email-support leisten. Verkaufen würde ich ein Paket aus WRT mit Quad-Antenne fertig geflasht und mit registrierter IP inkl. 3 Monate kostenloser Support. Danach kostet der Spass was. Die DSL-Kapazität würden Kneipen zur Verfügung stellen, die im Gegenzug die WLAN-Installation und Hardware (Fonera?) von Freifunk bekommen. Diese dürften dann damit werben, Freifunk zu unterstützen.

    Ups! Das wäre ja schon fast ein fertiger Business-Plan;)

    Wenn man den dann so umsetzt kriegt man aber von der halben ‚Community‘ die Hucke voll. Schade, dass da niemand drüber reden will. Es gibt sicher ein paar Freifunker, die die Zeit hätten, sowas zu machen. Wenns um Gewerberäume o.Ä. geht einfach mal bei mir melden. Aber Vorsicht, viel ist damit nicht zu verdienen!

  3. 3 Mario

    Na ja, ich glaube nicht, dass das ganz so einfach ginge, aber wäre ein Startpunkt für die Diskussion.

    Als kommerzielle Firma würde man sich auch angreifbar machen und müsste rechtliche Aspekte mitberücksichtigen. Würde man z.B. Foneras einsetzen, könnte man im schlimmsten Fall glatt verklagt werden von Fon. Bei dem Support müsste man auch überlegen, was man genau supported und wieviel Zeit das kosten würde.

    Außerdem: Inwieweit würde man Garantien geben, dass die Leute Internet hätten? Ich wäre dafür als nächsten Schritt zunächst vermehrt Leute zu ermutigen Server ins Freifunk-Netz zu stellen und lokalen Content anzubieten. Eine Firma könnte dann dafür stehen, dass man Verbindung ins lokale FF-Netz bekommt (und nicht in erster Linie fürs Internet – das wäre ein Add-on abhängig von der Verfügbarkeit).

    Bevor man Business-Ideen zu Ende führt, müssten aber zunächst auch erstmal offene Fragen wie bei der IP-Vergabe geklärt werden und BATMAN als Protokoll komplett eingeführt sein.. und natürlich, du hast recht: Generell müsste die Community hinter einer FF-Support-Firma stehen.

  4. 4 nicolaios

    Liebe freifunker,

    wenn ich mal als Außenstehender meinen senf dazu geben darf:

    1. wenn das freifunknetz wirklich weiter wachsen will, und sich gerade auch als alternative zu kommerziellen (!) Lösungen verstehen will, dann glaube ich, dass kein weg daran vorbeiführt, das projekt auch für nicht-technik-nerds zu öffnen. Und damit meine ich, dass man irgendwo die hardware beziehen können muss, auch wenn man keine Zeit oder Lust hat mit Lötkolben und ähnlichem zu hantieren.

    2. daraus folgt dann m.E. das zumindest auch der vorschlag unter drei angeboten werden müsste. ich finde eure idee toll, glaube aber nicht, dass ich mich dazu aufraffen werde einen antenne zu basteln und wikis oder blogs zu studieren, wenns es nicht gleich funktioniert. könnte ich irgendwo die fertige hardware zum selbstinstallieren kaufen und würde dazu vielleicht noch meinen rechner konfiguriert bekommen, würde ich sofort mitmachen… (und ich glaube so wird es vielen gehen…)

    3. wo liegt der unterschied ob ich im antennenladen nur das material käuflich erwerbe oder von einem bastler eine fertig gebastelte antenne?? das gleiche gilt dann doch auch für den support. ich fände es schade, wenn die tolle, idealistische idee des freifunkens letztlich an ideologischen graben(-kämpfen) scheitert.

    4. diejenigen, die das anbieten von hardware und support gegen Geld verteufeln, müssen sich darüber klar sein, dass sie damit ein vielzahl von interessierten Bürgern (wie z.B. mich) mit dieser Haltung von der Teilhabe an dem tollen projekt ausgrenzen.


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